Entstehung des Dorfes Dehmke


Ca. 3000 vor Christi muss das Dehmker Tal schon besiedelt gewesen sein, man fand Steinwerk­zeug an der Uhlmühle, auch ist auf einer beiliegenden Karte ein Hünengrab eingezeichnet (oberhalb von Piepers Busch).

Frühes Mittelalter (ca. 1000 nach Christi): In Dehmke werden zu dieser Zeit 3 Urhöfe vermutet.


Ersterwähnung im 14. Jahrhundert, damals Oberdehmke genannt:

(auch Oberndeimpke, Ufftn Oberndemeke, Overen Dempke, Obern Deimische).

Dehmke hat seinen Namen von einem kleinen Bach, der Dehmke. Der Ort ist sehr alt und gehörte dem Grafen von Everstein, deren Dienstmann Johann von Dembeke im Jahre 1377 urkundlich erwähnt ist. Die Brüder Johann und Arnold von Dembeke wurden 'cum ambamus villis Demeke excepta una curia' belehnt. Wegen der vorhandenen eigenen Schäferei kann der Ort trotz der oben erwähnten eingebüßten Grundherrschaft nicht total wüst gewesen sein.

(S. A. Han. Cop. X, 5 Nr. 52.)

Das Register von 1585 nennt 6 Halbmeier, davon sind drei im 18. Jahrhundert nach Dehrenberg umgemeindet worden.

Im Jahre 1510 kündigte Johann von der Möhlen (der erste Lehnsherr des späteren Gutes Schwöbber, der 3 Meierbauern zu Schwöbber) dem Stifte Hameln das Lehn Schwöbber unter der Bedingung, daß dasselbe seinem Schwager, dem Statius von Münchhausen, der bis dahin das Schloß Artzem besaß, als Lehn überwiesen würde. Ein Grund dafür war, daß von der Möhlen seinem Schwager Münchhausen 1000 Reichstaler schuldete, die er nicht zurückzahlen konnte. So bekam Statius von Münchhausen die 3 Meierhöfe zu Schwöbber mit den dazugehörigen 11 Hufen Landes in dem Gerichte Artzen gelegen und 6 Kothstellen. Grubenhagen ist nach der Belehnung Schwöbbers an Statius von Münchhausen, also im Jahre 1510, noch nicht an Schwöbber gefallen, sondern an der Herrschaft Artzem (Artelem) geblieben, wie dies eine Urkunde aus dem Jahre 1521 mitteilt.

Die wörtliche Abschrift:

„Undt also sindt die von Münchhausen bei dem Hause

Artzen geblieben, undt hat es der Edler gestrenger undt

Ehrenfester Hilmarn von Münchhausen alß ein pfandts

Haushs inne. Also ist die Herrschaft Artzem am Eberstein

an die Fürsten zu Braunschweig, von Bistum Hildesheim

wieder an Braunschweig kommen, undt alß ein pfandt an

die von Münchhausen kommen. Es haben aber für alters

folgende Hoefe und Dörffer in dieser Herrschaft gehöret,

also nämlich

der Flecken Artzen       grohsen Berkel

Lattiche Berkel            Reer

Selichsen                    Bokenhusen

Latenhusen                 Ameldagshusen

Weltze                        Dettelmissen

Gehdreshusen              Shon (oder Thon)

Griehsen                     Dudessen

Reine                         Hilkenbreite

Grubenhagen              Multhoff

Königelorde                Stencke

Oberndemeke              Derneberg

Waltzen                      Hamelscheborg

So istzt und den Klencken zu körnt und Oehr den Hakes

zuständig, gehöret aber alles in die Hoheit des Hauses

und Gerichts Artzen."

Vom 22. - 26.4.1543 hielt der erste Landessuperintendent Antonius Corvinus (der deutscher Name lautet Anton Rabe )

seine Kirchenvisitation für die hiesige Gegend im Amtshaus von Grohnde. Das Volk war zu dieser Zeit, bereits lutherisch. Die Kirchenvisitation überprüfte die Größe der Pfarrbezirke und organisierte manche Kirchspiele um, was in Groß Berkel nicht geschah. Es warendieDörferSelxen,Oberdehmke,Dehrenberg und Ohr.

Antonius Corvinius

Der jeweilige Besitzer des Gutes Schwöbber war Patron der Schulstelle von Grupenhagen.

Im Jahre 1564 erhielt Hilmar v. Münchhausen die Genehmigung zur Errichtung eines adligen Wohnsitzes in Schwöbber. Die Höfe (Meiereien) des Limkemeier und des Zoppenmeier, die Feldmarkbezeichnungen erinnern neute noch an diese Höfe) hatte er vorher schon erworben. Den Hof des hart an Schwöbber gelegenen Schwöbbermeyer (westlich von Schwöbber ) kaufte er 1576 dazu und siedelte Schwöbbermeier auf einem Vorwerk in Unterdehmke wieder an. Die Schwöbbermeyers sind bis in die Neuzeit auf diesem Hof in Dehmke. Berndt Schwöbbermeyer zählte zu den fünf Mannen, die von Herzog Albrecht vor 1500 in unseren wüst gewordenen Raum angesiedelt wurden und in Schriften vom Herzog als seine Mannen bis 1565 genannt wurden.

Der am 17.9.1565 zwischen Herzog Erich von Braunschweig und Lüneburg und dem Obristen Hilmar von Münchhausen geschlossene Vertrag hatte folgenden Wortlaut: ( Schreibweise ist übersetzt) „ Von Gottes Gnaden, wir Erichs Herzog zu Braunschweig und Lüneburg und wop den Grübenhagen thun Kund und bekennen in und vermitteist diesen unseren offenen Lehnsbrief, vor uns und unseren Erben, das wir sonderbaren Gnaden den unseren getreuen Hansen von Münchhausen, Hilmars seligen Sohn, ais den ältesten von Statzen von Münchhausen, Hiimarn und Curdten seinen Brüdern, mit dem Dorf Grubenhagen, zusambt den fünf Höfen, unserer Mannen, als Johan Kuckuck, Heinrich Kuckuck, Johann Dobbe, Arndt uffn guiden Kinne genannt und Berndt Schwöbbermeyer so hart hinter dem Schwöbberhofe gelegen, und der Wiesen, so diese in Heimbuchenbruch gemacht wurden, mit all ihrer Gerechtigkeit, zur Behörung und Nutzung, mit allen Gefallen, Zehnten, Diensten, Geidzinsen und Kornpachten, und was sonst zu genanntem Dorfe, und angezogenen Meiereien von Alters her gehöret und gebraucht worden, sei im Holtze oder im Felde, zu Wiesen, Toren, Zweige, Wasser und Weide, nichts überall davon ausgeschieden. Allein die Erhuldigungen, Landfolge u. Landsteuer, wies die von anderen auch unserem Fürstenthurri Braunschweig geleistet wird und wie bis daher zu unserem Haus Artzen gebraucht worden.und wollen sie dabei mit Gnaden schützen und verteidigen,so oft und wacker ihnen das von nöthen ist.

Im fünfzehnten hundersten und fünf und sechzigsten Jahre,


16. Jahrhundert: In dieser Zeit wird vermutet, dass die Mehrzahl der Dehmker zur evangelischen Kirchengemeinde Groß Berkel gehörten, sowie 7 Höfe nach Aerzen. Diese 7 Höfe waren länger katholisch geblieben (bei der Kirche in Aerzen). Der Spruch der Dehmker 'Dat schall so bleiben, as etjümmer west is!"

Das Geldregister des Amtes Aerzen von 1632 gibt folgende Dorfgrößen im Kirchspiel an:

Groß Berkel - 81 Hausstellen

Waalsen - 1 Hausstelle

Laatzen - 2 Hausstellen

Selxen - 18 Hausstellen

Oberdehmke - 29 Hausstellen

Dehrenberg - 12 Hausstellen


In der Zeit des dreißigjährigen Krieges wird von größeren Verwüstungen des Dorfes Grupenhagen nicht berichtet, obwohl der Nachbarort Wulfessen verwüstet worden sein soll. Die im Lehnsbrief verankerte Schutz und Verteidigungsklausel, „sie dabei mit Gnaden schützen und verteidigen", soll von dem Geschlecht derer v. Münchhausen zu Schwöbber eingehalten sein. In den Jahren 1664- 1689 wird von Wüstungserscheinungen berichtet. Das Dorf Grupenhagen hatte diesmal nur einen Bevölkerungsrückgang um 10%. Dagegen wird aus Multhöpen und Oberdehmke berichtet, dass ganze Familien krank waren und der Bevölkerungsrückgang um die 40% betrug. Der Bevölkerungsrückgang soll auch in anderen Orten westlich der Weser sehr wesentlich gewesen sein, so werden von Aerzen 30%, von Grießem 40% und Reher sogar 50% Bevölkerungsschwund gemeldet. Die Chronik berichtet:,. Viele Menschen verarmten und bettelten. Haushalte gingen ein und ganze Hofstellen verwüsteten. Auffallend hoch sei die Zahl blinder und kranker alter Menschen gewesen. Zudem habe die hohe Kopfsteuer des Herzogs die Bevölkerung bedrückt.

Die Dehmker Bauern waren dem Baron von Münchhausen zu Schwöbber dienstverpflichtet, Zehnt und Zinskorn mussten zum Amt Aerzen abgeliefert werden (lt. einer Urkunde vom 03. April 1625, Zehntablösung um 1842).

Mitte des 17. Jahrhundert gab es in Dehmke eine Schule. 1650 wurde das Schulhaus gebaut (lt. Inschrift im Torbogen). Vorher gingen die Kinder nach Grupenhagen in die Schule. Das neuere Schulgebäude (heute Eigentum des letzten Lehrers Kroh) wurde 1832 gebaut.

Das Amt Aerzen hatte lt. Amtsbeschreibung des Amtsmann Jobst Heinrich Voigt von 1720 einen Flecken mit 22 Dörfer. Die zum Kirchspiel gehörigen Dörfer hatten um 1720 folgende Größe:

Oberdehmke 31 Wohnhäuser, Selxen 19 Wohnhäuser, Dehrenberg 12 Wohnhäuser, Laatzen 7 Wohnhäuser und Waalsen 1 Wohnhaus.

Noch in den 1770er Jahren lagen nach Aufzeichnung im Hauptstaatsarchiv Hannover in unserem Kirchspiel Soldaten im Quartier. ( Von einigen wissen wir das sie sich hier ansiedelten).

1. Dragoner Buschbaum in Kuckucks Hause

2. Dragoner Heinemeyer in Wittrocks Hause

1794 wurde die Wollspinnerei in Dehmke eingerichtet ( Oberdeimcke als Wollspinnerey )

(Hannover 74 Hameln Nr.2321)


1806. Als am 19. November 1806 napoleon.-französische Truppen durch Dehmke zogen, wurde Johann Cordt Dierks, der den vorbeiziehenden französischen Truppen zusah, von einem Franzosen in den Unterleib geschossen. Er erlag seiner Verletzung zwei Tage später. Er wurde 38 Jahre alt und hinterließ eine Familie. Zwei Tage später wurde die Kapitulation mit Hameln (Wehrberger Warte) beschlossen.

Der Weg nach Dehmke lief von Groß Berkel über Waalsen und Dehrenberg, dann nordöstlich des Baches (heute noch am alten Eichenbestand zu erkennen) bis Hof Lücke und von hier dem Bachlauf folgend im Ort hoch.

Zu dieser Zeit gab es auch viele Feldstücke, die brach lagen und mit Hecken umgeben waren. Das Bachtal war mit hohen Eichen bestanden, und da sich hier viele Käuze aufhielten, wurden Felder, Mühle (Uhlmühle) und Flurnamen danach benannt. Auch das Dehmker Wappen schmückt das Mühlrad mit der Eule.

1850. Früher spielte der Flachsanbau eine große Rolle. Spinnen und Weben brachten eine Nebeneinnahme bis etwa l85o. Dann wurde Garn halb aus Hede, halb aus Flachs gesponnen. Die Käufer kamen aus Goldbeck. Dort standen damals in manchen Familien vier Webstühle. Nach 1860 ging der Flachsanbau zurück.

1854. Auf drängen der Dörfer Dehmke und Dehrenberg und mit Einverständnis der Hebamme Möhlenbein wurde in der Gemeindeversammlung Grupenhagen, vom 13.11.1854 beschlossen die Dörfer Dehmke und Dehrenberg in den Grupenhagener Hebammenbezirk wieder mit aufzunehmen.

In Dehmke sollen früher viele große Eichen gestanden haben. Als Lehrer Warnecke 1830 zum erstenmal von der Anhöhe bei Dehrenberg den Blick auf Dehrenberg und Dehmke richtete, sah er nur Häuser mit Strohdächern, ohne Schornstein, zum Teil mit beschädigten Lehmwänden in den Fachwerkhäusern. Gegen 1890 berichtet Lehrer Brase, daß überall stattliche Gebäude die Höfe zierten und nur noch ein Haus in Dehmke (Lübbe) ein Strohdach trug.

1867. wurde das heutige Haus Finke (Dehmke 27), damals Schütte, gebaut. Es beherbergte zunächst eine kleine Schuhmacherei und eine kleine Gaststätte, mit Krämerladen. Die Ware, die zum Verkauf angeboten wurde, musste von Hameln geholt werden, mit dem Rucksack und Handwagen, zu Fuß. Familie Schütte nahm zu den eigenen 7 Kindern noch ein Waisenkind an, Willi Westerholt * Rinteln 18.11.1888, + ..., S.d. Johann Carl Louis W. Maler in Rinteln, u.d. Wilhelmine Sophie August Schiemann. W. war als Kind in Pflege bei Gastwirt Georg Schütte in Dehmke.

Georg Schütte

Nach dem 1.Weltkrieg handelte er in Dehrenberg mit Eiern, Obst und Gemüse, das er meist nach Bad Pyrmont lieferte. Danach zog er nach Bielefeld und führte einen Zeitschriftenvertrieb, den Westerhold-Verlag. Er hatte starke Bindungen an Dehmke und Dehrenberg. Während des Krieges schickte er kostenlos Zeitschriften an die Soldaten, die aus diesen Orten stammten. Als das Gemeinschaftshaus in Dehmke gebaut wurde, stiftete er dazu eine Glocke mit den eingegossenen Buchstaben G.S. und L.B. zur Erinnerung an seinen Pflegevater Georg Schütte und seinen Lehrer Ludwig Brase.

Am 02.12.1884 wurde die Uhlen-Mühle vom Mühlenbauer Heinrich Sievert, geboren am 04.08.1854 in Nalhof bei Bösingfeld, und seiner Frau, geborene Wagenführ aus Bad Münder, gekauft. Als beider Sohn Heinrich Sievert gesund aus dem Weltkrieg 1914-1918 heimgekehrt war, wurde bei der Mühle noch Holz geschnitten und Lohndrusch gemacht, bis zum 2. Weltkrieg. 1952 bis 1953 wurde die Mühle renoviert und dann von Heinz und Elfriede Heißmeyer, geborene Sievert, übernommen. Im Juli 1959 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.

Am 1.Juni 1886 wurde Dehmke, durch ein Unwetter heimgesucht.Am Nachmittage dieses Tages stiegen südlich und westlich des Ortes schwere Gewitterwolken am Horizont auf, die sich erst west-, dann nordwärts um den Ort hinbewegten, so dass es schien, als sollte derselbe von dem Unheil verkündenden, gelbroten Gewölk verschont bleiben, wie solches meistens geschieht, wenn die Gewitter sich erst über die Hemeringer Berge bis zur Weser hin ausgedehnt haben. Plötzlich brach das drohende Unwetter aus Nordwesten, über Dehmkerbrock und Wördeholz kommend, gegen 3 Uhr nachmittags unter furchtbaren Blitz und Donnerschlägen über den Ort herein. Das Wasser floss in Strömen vom Himmel und verwandelte den Tag in Nacht. Man sah aus Gärten und Feldern Gefahr drohende Ströme herabstürzen, die jeden zu schleunigster Rettung des Seinen mahnte, aber zu spät. Denn schon wühlte das Wasser über die Hecken und brauste in 3-4 Fuß Höhe in der Breite des Thaies dahin, alles niederreißend, was hindernd im Wege stand.Es gab einen Toten zubeklagen, den durch die rasende Flut weggeführten 10 l/2jährigen August Beermann (Sohn des Halbköthners und Forstaufsehers Heinrich Beermann) welcher unterdes von den Wogen nach Königsförde getragen und auf dem Meyerschen Hofe als Leiche geborgen wurde.

Am 1. Juli 1891 kam ein  schweres Gewitter mit furchtbarem Hagelschlag, welches schon lange vorher durch dumpfes immer näher kommendes Grollen des Donners, durch die gelbliche Färbung der Wolken und durch immer mehr zunehmendes brausendes Getöse in der Luft sich drohend ankündigte. Wie schwere Hammerschlage fielen die Hagelstücke, welche durchschnittlich die Größe eines Hühnereies mit einem Gewichte von 1/2 bis 3/4 Pfund erreichten, unter furchtbarem Geprassel Dachziegel und Fensterscheiben zertrümmernd.Kein Hagelstück glich völlig dem anderen, aber alle besaßen einen helleren, einem Auge nicht unähnlichen Kern.

Bis etwa 19oo war Plattdeutsch die Umgangssprache. Dann wurde mit höherstehenden Personen auch Hochdeutsch gesprochen. Nach dem 1. Weltkrieg trat ein Wandel ein: die Mädchen sprachen schon Hochdeutsch, die Jungen blieben länger beim Platt. Seit 1915, nach der Aufnahme der Heimatvertriebenen, ist Hochdeutsch allgemein als Umgangssprache üblich.

Im 19. - 20. Jahrhundert waren die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht besonders gut. Die selbstgemachte Butter, Eier, Obst und Gemüse wurden Mittwochs und Samstags mit einer Kiepe auf dem Rücken über den "Botterweg" (Butterweg) zum Markt nach Hameln gebracht. Selbst verbrauchten die Bauern Rüb- oder Leinöl.

Um 1900 wurde die Straße in Dehmke angelegt, im stillen, grünen Tal des Baches. Von der Gaststätte Schütte wurden die Arbeiter beköstigt, mit der Schanne (Bügel, der über den Schultern getragen wurde, wo Töpfe oder Eimer eingehängt wurden) wurde den Straßenarbeitern das Essen gebracht, um sich etwas Geld nebenbei zu verdienen.

1907 richtete Friedrich Finke auf dem Grundstück eine Schmiede ein (gleichzeitig existierte auch die Schmiede Hobein), betrieb eine Posthilfsstelle mit dem ersten und einzigen Fernsprecher zu der Zeit im Ort, eine Hagelversicherung und etwas später eine Zweigstelle der Sparkasse, Gaststätte und Laden existierten auch weiter.

1911 wurde in Dehmke eine öffentliche Fernsprechstelle eingerichtet. Ob auch Dehrenberg damals einen Anschluß erhielt, ist nicht klar.

In den Jahren 1911 und 1912 wurde die Bahnstrecke Hameln-Lage mit Bahnhof in Sehen in Betrieb genommen. Die Gemeinde Dehmke bewilligte 1000,- RM für die Anlage der Eisenbahn.

1912 Dehmke scheint vom Unwetter besonders heimgesucht zu werden. Am 12. Mai 1912 an einem Sonntagabends gegen 9 Uhr erhob sich ein furchtbarer Gewitterstürme mit Hagel vermischt. Der Hagel zog strichweise und richtete großen Schaden an. Die Versicherungen zahlten teilweise bis 90 %   Entschädigung. Am schlimmsten wütete der Sturm, scheinbar ein Wirbelsturm, auf Piepers Hofe, wo das Dach des Viehhauses einstürzte; von den schönen Eichen wurden viele entwurzelt oder wie Streichhölzer abgebrochen. Das Haus des Vollköthners Fr. Lübbe brach fast vollständig zusammen. In Dehmke war fast kein Haus, das nicht am Dach beschädigt war. Der Kelch des Leidens war noch nicht voll. Am 2.Juni, wiederum an einem Sonntage, entstand früh morgens vor 6 Uhr ein Gewitter. Während der Blitz keinen Schaden anrichtete, vernichtete das Wasser desto mehr. Es regnete bis 1/2 10 Uhr ununterbrochen, Auf den Feldern entstanden tiefe Furchen; was vom Hagel am 12. Mai verschont geblieben war, wurde nun durch den Regen an den Boden gedrückt. Viel fruchtbarer Ackerboden wurde weggeschwemmt. Der Dorfbach, die Dehmke, konnte die Wassermassen nicht aufnehmen. Die Brücke vor Lücke verstopfte sich, der Bach trat aus und setzte die Schulwiese unter Wasser, fast meterhoch. Die erste Heuernte war verdorben, der Schlamm stand in der Wiese fast fußhoch.

1913 ist noch nicht viel besser. Am 17.Mai ging ein kolossaler Wolkenbruch im oberen Teil von Dehmke nieder. Die unzulängliche Brücke bei Lücke zeigte sich wieder. Die Wiese wurde wieder unter Wasser gesetzt, meterhoch. Der ganze Spielplatz stand unter Wasser bis ans Schulhaus. Der Schlamm lag 20 cm hoch.

Am 30. Juli 1914 kam der Befehl des Kaisers zur Mobilmachung. Aufregung in jedem Haus wegen des Ausbruchs des 1. Weltkrieges. An der Versammlung der Kriegervereine im Gotteshaus in Groß Berkel beteiligten sich auch die Mitglieder des Kriegervereins Dehmke und Dehrenberg. Bald darauf wurden schon die ersten Männer eingezogen, das DRK Dehmke (damals noch "Vaterländischer Frauenverein") sammelte Geld für die Krieger, es kamen 375,- RM zusammen. Es herrschte eine große Not, die Winter waren sehr kalt und lang. Preisbeispiele für Nahrungsmittel: 1 Ei 0,50 RM, 1 Pfund Butter 10,- bis 25,- RM.

Das Kriegerdenkmal wurde am 13. April 1922 fertiggestellt und am 28. Mai 1922 eingeweiht, die Baukosten betrugen 20.000,- RM.

Heinrich Schwöbbermeyer stellte die sogenannte "Danze Kuhle" unentgeltlich zur Verfügung. Die Dehmker Forstgenossenschaft stiftete 3000,-RM, die Jagdgenossenschaft stellet die Pachte von 2 Jahren zur Verfügung, eine freiwillige Sammlung ergab in Dehmke 9000,- RM und in Dehrenberg 1600,- RM. Alle Landwirte in Dehmke und Dehrenberg halfen unentgeltlich. Die Steine für die Grundmauer des Denkmals stammen aus dem Dehrenberger Steinbruch. Das Denkmal wurde von Friedrich Schaper erstellt. Eine Urkunde über den Bau des Denkmals ist eingemauert.

Die Einweihung des Denkmals fand am Sonntag, dem 28. Mai 1922 statt, um 3.00 Uhr nachmittags. Die Einweihung geschah durch den Herrn Superintendenten in Groß Berkel. Weitere Ansprachen hielten Herr Landrat Dr. Loeb-Caldenhof, Hameln, und Lehrer Schäfer, Dehmke. Die Feier wurde verschönt durch Vorträge der Dehmker Musikkapelle, des Männergesangvereins und der Schulkinder. Der Tag wird nie vergessen werden.

Soweit der Wortlaut von Urkunde und Schulchronik. Sie geben uns einen Einblick in die Vorstellungen und Denkweise einer solch gar nicht so lange zurückliegenden Zeit.

Elektrisches Licht bekam Dehmke 1923 und Dehrenberg erst 1930. Die Verkehrsanbindungen waren immer noch schlecht.

1926 wurde die Freiwillige Feuerwehr Dehmke gegründet. (siehe Archiv)

1928 richtete Dehmke mit Dehrenberg einen Friedhof für alle ein, auch für die Einwohner, die kirchenmässig nach Aerzen gehörten. Vorher waren die Beerdigungen auf den Friedhöfen in Groß Berkel oder Aerzen, je nach Kirchenzugehörigkeit, siehe 16. Jahrhundert (Legende vom "Dehmker Solo").

Vor dem 1. Weltkrieg bis nach dem 2. Weltkrieg gab es viele kleine Handwerker, einige Schuster, Stellmacher, Maurer (die meistens auch gleichzeitig im Winter Hausschlachterei betrieben).

Der Kolonialwarenladen von Wilhelm Voss wurde 1928 eröffnet. Erfuhr auch mit Pferd und Wagen über die Dörfer und verkaufte. Der Laden blieb bis nach dem 2. Weltkrieg bestehen.

1929 wurden Dehmke und Dehrenberg zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Im Jahre 1929 fasste das preußische Staatsministerium den Beschluss über die Zusammenlegung von kleinen Gemeinden, so auch Dehmke und Dehrenberg. Doch die Gemeindevorsteher protestierten dagegen. Der Landrat legte den Gemeindevertretern die verschiedenen Punkte des Gemeindeverfassungsrechtes vor. Doch diese waren uneinsichtig und protestierten weiterhin mit Schriftstücken beim Landrat. So kam es kurzerhand zum Beschluss beim preußischen Staatsministerium in Berlin, dass die Zusammenlegung rechtens sein. Dehrenberg reagierte ärgerlich und schickte wieder eine Beschwerde gegen den Beschluss von Berlin zum Regierungspräsidenten in Hannover, der dann aber die Beschwerde abgewiesen hat. Nach dem 2. Weltkrieg stellte Dehrenberg wieder einen Antrag auf Selbstständigkeit. Der Grund: Sie fühlten sich vernachlässigt!

Wohl nicht ganz ohne Grund, denn Gräben und Wege waren in einem trostlosen Zustand. Doch dann kam gerade zur rechten Zeit der "Grüne Plan ", und Gräben und Wege konnten instandge­setzt werden. Die Dehrenberger Initiative verzichtete auf eine Weiterverfolgung des Planes zur neuen Selbstständigkeit.

Viele Unwetter mit Hagel, "wie Hühnereier groß", tobten über das Tal hinweg. Von 1850 bis 1959 gab es einen Hagelfeiertag (Gottesdienst). An jedem Montag zwischen 11.00 und 12.00 Uhr, von Anfang Mai bis zur Ernte, wurde bis 1939 eine Gebetsstunde abgehalten. Grund: die oftmalige totale Vernichtung der Feldfrüchte in Dehmke und Dehrenberg.

Nach einem Unwetter mit orkanartigen Stürmen am 0l. November 1940 legten sich die Bäume am Dehmker Strang fast alle nieder. Um eine schnellere Verarbeitung des Holzes zu erreichen, richtete man direkt vor Ort ein fliegendes Sägewerk ein. Das Nutzholz wurde von den Landwirten mit Pferden an den Weg geschleppt und Kriegsgefangene (Russen) arbeiteten am Sägewerk.

1936 Olympische Spiele in Berlin, hier war Irmgard Voß geb. Schomburg, Mitglied der Deutschen Olympischen Turner-Nationalmannschaft.

1938 begrüßte Irmgard Voß den Reichskanzler Adolf Hitler beim Stapellauf

des KdF - Schiffes Robert Ley

Brände in Dehmke:

Es brannten völlig nieder:    

1925 Brackhan, Leibzuchtshaus

1931 Wilhelm Pieper, Hof

1938 Wilhelm Sonnemann, Hof

1942 Auf dem Hof der jetzigen Tischlerei Weber war vor dem Krieg ein Köster, genannt Rinnenköster, und betrieb Landwirtschaft. 1942 erwarb Weber die Stelle und neben der Landwirtschaft machte er noch Tischlerarbeiten. Er stellte Arzneischränke, Fenster und Türen aus Holz her. 1978 kam eine Wende in die Tischlerei, man stellte jetzt Kunststofffenster und Türen her. Heute arbeiten 2 Generationen im Betrieb mit.

Das Fleischereigeschäft Ewald Stiller eröffnete nach dem 2. Weltkrieg und existierte bis zum Jahre 2000.

1947 war Dehmke noch ein Bauerndorf.

1953 wurde bei Finke die Schmiede erweitert und eine Tankstelle eröffnet.

1956 war die Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses Dehmke (das erste in den kleinen Dörfern).

Stifter der Turmglocke war Georg Wilhelm Westerhold, Kaufmann zu Dehrenberg.

1957 bekam Dehrenberg einen eigenen Friedhof.

1960 wurde der seit ca. 1400 bestehende landwirtschaftliche Betrieb Wilhelm Pieper (Auf der Horst 2) umgestaltet, man begann mit der Verklonung von Pflanzen. Heute werden hier Orchideen gezüchtet, verschiedene Pflanzen verklont und weltweit verkauft.

1965 eröffnete Heinrich Sonnemann eine Gaststätte, diese wurde von ihm bis 1988 betrieben.

1964 wurde das Gasthaus Finke und alle Geschäftszweige außer der Poststelle aufgegeben (Erreichung des Rentenalters).

Im Jahre 1965 ging eine alte Tradition zu Ende: die Uhlmühle wurde abgebaut.

Die Schule wurde 1969 geschlossen und verkauft. Der Erlös wurde zum Bau der Straßenbeleuchtung und den Umbau des Feuerwehr-Dorfgemeinschaftshauses verwendet.

1971 bekam Dehmke eine zentrale Wasserversorgung.

1973 wurde Dehmke durch die Gebietsreform ein Ortsteil vom Flecken Aerzen.

1976 zog es den amerikanischen Gitarristen und Komponisten David Qualey nach Dehmke.

Original E-Mail von David Qualey:

Angekommen bin ich ca. Dezember 1976.  Ausgezogen aus Dehmke bin ich ca. April 1988.  Elf Jahren war es insgesamt.

Was mich an Dehmke verbindet war die Offenheit und Freundlichkeit die gesamte Dorfbewohner.  Die haben mich und meine Frau damals sofort angenommen und wir fühlten uns richtig dort zuhause.  Ich kann mich gut an die Dorffeten, Osterfeuer, usw. erinnern.  Ein paar mal habe ich zuviel gefeiert!  Für mich als "Ausländer" hatte ich nie den Gefuhl gehabt dort fremder zu sein.  Dehmke war ein schöne Teil meines Lebens gewesen.  Leider musste ich damals ausziehen und woanders umziehen, sonst wäre ich heute wahrscheinlich noch da!  Ich denke sehr gerne an meine Dehmke Zeit zurück und wünsche alle meine alten Freunde und Nachbaren alles liebe!  Dein, David Qualey

1977 wurde die Poststelle geschlossen und Dehmke von Aerzen aus versorgt.

1988 wurde die Straße der Ortsdurchfahrt ausgebaut und ein Bürgersteig angelegt.

Im Jahre 2000 hat die Familie Koppenhagen ihren Betrieb für Feuerschutzausstattung von Herkendorf nach Dehmke (Trift 2) verlegt.

2004 wurde der Umbau des Dorfgemeinschaftshaus begonnen, mit integriert wurden eine neue Feuerwehrgarage sowie ein Andachtsraum.

Der Spatenstich:

2005 wurde nach nur einem Jahr Bauzeit, das neue Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht.

Es wurden 8162 Stunden Eigenleistung aufgebracht und zusätzlich noch 250 Stunden für den Andachtsraum.

Am 17.04.2007 begann für den 14 Jahre alten Christopher Buchtmann aus Dehmke eine neue Ära. Um 7.48 Uhr fährt er von Hameln aus mit dem Zug nach Stuttgart, wo es für den jungen Fußballer morgen den ersten Einsatz im Trikot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gibt. Das größte Talent der heimischen Region, das seit der Saison 2005/06 bei Borussia Dortmund dem runden Leder erfolgreich nachjagt, spielt am Freitag um 10.15 Uhr im Stadion der Stuttgarter Kickers mit der U15 gegen die Schweiz. 15000 zumeist jugendliche Fans werden das deutsche Team in Degerloch anfeuern. Die ARD bietet für die TV-Liveübertragung sogar das Duo Günther Netzer und Gerd Delling auf.

Christopher Buchtmann war diesem Tag einer der besten in der Deutschen U15 Nationalmannschaft , er belohnte sich in der 44. Minute mit dem 2 : 0 für die Deutsche Mannschaft. (Endstand 4 :1)

Quellen:

Dehmker Schulchronik

Chronik Groß Berkel

Chronik Grupenhagen

Dehrenberg Höfe und Familien seit 400 Jahren

Internet: wikipedia

Kirchenbücher der Kirche Groß - Berkel